Bülach schafft innovativen Ersatz für zerstörte Eishalle Hirslen
Der Hagelsturm vom 28. August hat die Eishalle Hirslen schwer getroffen und die Stadt Bülach vor eine besondere Herausforderung gestellt: Wie lässt sich der Bevölkerung trotz des Ausfalls der Halle möglichst rasch wieder ein gedecktes, wetterunabhängiges Eislauf- und Eishockey-Angebot zur Verfügung stellen?
Die Stadt Bülach hat sich für einen innovativen Weg entschieden. In Zusammenarbeit mit Green Hockey lässt sie derzeit für 89 Tage das synthetische Oceanice auf dem Parkplatz des Sportzentrums Hirslen installieren. Der 255 Quadratmeter grosse Rink wird mit einem Zelt überdacht. Die Pop-up-Eisfläche überbrückt die Zeit bis zum Abschluss der Wiederinstandsetzungs-Arbeiten an der Eishalle des Sportzentrums Hirslen Anfang Januar 2027. Als Energiestadt mit Gold-Label interessiert sich Bülach besonders für das ökologische Potenzial der Technologie. Oceanice kommt ohne Wasser für die Eisproduktion und ohne energieintensive Eiskühlung aus. An der Eishockey-Heim-WM diesen Sommer in der Schweiz haben bereits Tausende das nachhaltige Oceanice-Erlebnis getestet.
Damit erhält Bülach kurzfristig eine Alternative zur beschädigten Eisfläche. Gefahren wird mit Sharkblades: Schlittschuhkufen mit speziellen, gehärteten Stahlrollen, die das Gleit- und Manövrierverhalten auf Eis so genau wie möglich nachbilden. Komplette Schlittschuhe mit Sharkblades können an der Kasse der Sportanlage gemietet werden. Dem EHC Bülach eröffnet sich mit der aktuellen Lösung eine heiss begehrte Trainingsmöglichkeit. Der Klub hat denn auch bereits 20 Trainingsstunden pro Woche für seinen Nachwuchs gebucht. Die Stadt Bülach vermietet die Oceanice-Anlage aber auch an Vereine, Schulen, Trainingsanbieter und Privatpersonen. Gleichzeitig nutzt die Stadt die aussergewöhnliche Situation, um Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln.
Daniel Ammann, Stadtrat Ressort Bevölkerung und Sicherheit, sagt: «Wir wollten nicht einfach abwarten, bis wieder eine konventionelle gedeckte Eisfläche zur Verfügung steht. Mit Oceanice können wir der Bevölkerung sehr schnell ein Eislauf- und Eishockey-Erlebnis bieten und gleichzeitig herausfinden, welches Potenzial diese Lösung für Bülach langfristig hat. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht.»
Investition mit Blick in die Zukunft
Die Stadt Bülach betreibt seit dem 5. Oktober wieder ein ungedecktes Aussen-Eisfeld. Leider ist es nicht allwettertauglich. Bei Regen kann es kaum benutzt werden und verbraucht bei Temperaturen wie in den vergangenen Tagen enorm viel Wasser und Energie. Der Ausfall der Eishalle trifft insbesondere Kinder und Jugendliche im Nachwuchssport. Mit der gedeckten und wetterunabhängigen Pop-up Oceanice-Arena entsteht nun während der Sanierungsarbeiten eine zusätzliche Trainings- und Bewegungsmöglichkeit direkt in Bülach. Dadurch können Fahrten zu auswärtigen Anlagen reduziert und bestehende Trainingsangebote vor Ort erhalten werden.
Gleichzeitig bietet sich die Gelegenheit, eine neue Form der ganzjährigen Nutzung zu erproben. Die Investition ist deshalb bewusst mehr als eine Übergangslösung. Im praktischen Betrieb will die Stadt Erkenntnisse gewinnen, wie sich Oceanice im Alltag bewährt und welche Nutzungsmöglichkeiten sich daraus ergeben. Dabei stehen mehrere Fragen im Zentrum: Wie wird die synthetische Eisfläche von Eisläuferinnen und Eisläufern sowie Eishockey-Spielerinnen und -Spielern angenommen? Wie lässt sich der Betrieb optimal organisieren? Besteht eine Nachfrage für Vermietungen und weitere Angebote? Und könnte Oceanice künftig auch während der Sommermonate eingesetzt werden? So wird aus einer durch den Hagelsturm entstandenen Notsituation ein Pilotprojekt mit Perspektive: Bülach sammelt dabei Erfahrungen, die für die zukünftige Gestaltung des Eisangebots in der Stadt wertvoll sein können.
Über Green Hockey
Die Green Hockey AG aus Zürich entwickelt nachhaltige Lösungen für den Eishockeysport. Für Bülach liefert sie ein komplettes, aufeinander abgestimmtes System. Oceanice Crystal Green ist die neuste Generation der synthetischen Eisfläche von Green Hockey und besteht zum grössten Teil aus rezykliertem Kunststoff aus verschiedenen Quellen. Die Fläche braucht für den Betrieb weder Strom noch Wasser und kann unabhängig von Jahreszeit und Aussentemperatur genutzt werden. Gefahren wird mit Sharkblades, Schlittschuhkufen mit speziellen, gehärteten Stahlrollen, die das Gleit- und Manövrierverhalten auf Eis so genau wie möglich nachbilden. Der Greenly-Puck ist speziell auf Oceanice abgestimmt und verhält sich so nahe wie möglich wie ein Puck auf Eis. Auch das Bandensystem ist eine Spezialanfertigung von Green Hockey. Ziel ist es, nicht nur das Eishockey, sondern den gesamten Eissport nachhaltig, ganzjährig und für alle zugänglich zu machen.
Philipp Suter
Stadtschreiber
Tel. 044 863 11 20
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