Im Dialog

Kunststoff-Sammlung

Von Regula Meier

Eintrag vom 28. Dezember 2018

Sehr geehrte Damen und Herren der Energiestadt Bülach

Wieso ist es eigentlich in Bülach nicht möglich Kunststoffabfälle (Sammelsack.ch) zu sammeln?
PET Flaschen und der gleichen können ja bei der Verkaufsstelle zurück gebracht werden, es gibt aber weitaus mehr Kunsstoff-Verpackungen, die gesammelt werden können und somit der Rohstoff wieder verwertet werden kann.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Freundliche Grüsse
Regula Meier

Antwort der Stadt Bülach

Von Gaby Schaad

Antwort vom 07. Januar 2019

Grüezi Frau Meier

Uns ist der Sammelsack für Kunststoff bekannt. Allerdings ist die Sache, wenn man die genaueren Hintergründe kennt, nicht mehr ganz so attraktiv, wie es auf den ersten Blick scheint. Es gibt verschiedene Anbieter von Sammelsäcken. Die Kunststoffe werden teilweise, je nach Anbieter des Sammelsackes, über weite Strecken transportiert um sortiert zu werden. So auch bei InnoRecycling, welche den Sack anbietet, den Sie benannt haben. Den unten aufgeführten Text finden Sie auf der Seite von Sammelsack.ch, unter "häufige Fragen – FAQ’s". Dazu kommt, dass die nicht verwertbaren Stoffe nach dem Sortierprozess auch im Ausland entsorgt werden und somit gewinnbare Energie, welche bei der Verbrennung entsteht, in der Schweiz verloren geht. Zudem entsteht bei dem Transport der Kunststoffe durch Europa ein co2 Ausstoss welcher vermeidbar ist, wenn die Stoffe in der Schweiz verbrannt werden.

Auszug von Website Sammelsack.ch

"Wie werden die gemischten Kunststoffabfälle aus Haushalten im Sammelsack konkret sortiert?
Eine wirtschaftliche und ökoeffiziente Sortierung ist nur auf einer modernen Sortieranlage mit Multisensorsystemen möglich. Das Anlagenlayout, der Mengendurchsatz, sowie die Trennschärfe der Sortieranlage müssen auf die Gewinnung der geforderten Kunststoffqualitäten abgestimmt sein. Die nächstgelegene Sortieranlage steht im Vorarlberg. In der Schweiz gibt es noch keine vergleichbare Sortieranlage für gemischte Kunststoffabfälle aus Haushalten. Im gesamtschweizerischen Konzept „Green Plastics“ ist jedoch vorgesehen, dass dieser Arbeitsschritt künftig in der Schweiz abgewickelt wird. Anfangs 90er Jahren wurden teilweise gemischte Kunststoffballen aus Deutschland (DSD-System) nach China transportiert und dort handsortiert, um die gewünschten Kunststofffraktionen daraus zu gewinnen. Heute sind in Deutschland rund 90 Sortieranlagen in Betrieb: technische Innovationen in der Sortier- und Anlagentechnik ermöglichen heute zuverlässiger, wirtschaftlicher und vor allem mit besserer Qualität zu sortieren."

Wir sind der Ansicht, dass das Sammelsystem für Kunststoffe sowie auch die Verwertung in der Schweiz noch nicht ausgereift ist. Es laufen zur Zeit mehrere Studien und Pilotprojekte zu diesem Thema und wir sind sehr auf die Auswertungen gespannt. Momentan sehen wir davon ab den Sammelsack in Bülach einzuführen, bevor nicht ein besseres Sammelsystem bzw. eine lokale und ökologische Verwertung angeboten wird. Sie können in jedem Fall davon ausgehen, dass wir über laufende Projekte informiert sind und die Situation weiter im Auge behalten werden. Sobald ein System und eine Verwertung angeboten wird, welche uns sinnvoll erscheint, werden wir den Sammelsack auf jeden Fall zulassen.

Freundlich grüsst
Gaby Schaad, Sachbearbeiterin Entsorgung