Stadt- und Quartierentwicklung Bülach: Viel Eigeninitiative und ein neuer Begegnungsort in Bülach

Die Stadt Bülach hat im letzten halben Jahr zu vier Stadt-Werkstätten und verschiedenen Aktionen eingeladen. Am 3. März 2018 hat die letzte Stadt-Werkstatt zum Thema „Begegnung und Treffpunkte“ stattgefunden. Der Wille zu viel Eigeninitiative und eine klare Meinung haben die Stadt-Werkstatt geprägt: Bülach soll einen neuen Begegnungsort für Jung und Alt erhalten.

35 Einwohnerinnen und Einwohner haben sich im Schulhaus Böswisli getroffen, um Lösungen und Massnahmen zum Thema „Begegnung und Treffpunkte“ in Bülach zu entwickeln. Rasch haben sich unterschiedliche Zugänge zum Thema gezeigt. Für die einen sind das verbindliche Miteinander und tatkräftige Hilfe zentral. Anderen sind Begegnungen in der Natur oder die Gemeinschaft in einem Verein wichtig. Wie Begegnungen mit Neuzugezogenen gestaltet und wie die Offenheit gegenüber fremdem Menschen gefördert werden kann, haben die Teilnehmenden engagiert und kontrovers diskutiert.

Die Teilnehmenden sind über eine im November 2017 im Schulhaus Böswisli durchgeführte Aktion informiert worden. Die Kinder haben damals „Wohlfühlorte“ und „Unorte“ in Bülach bezeichnet. Sie schätzen nebst den Spielplätzen bei den Schulhäusern auch die Sportanlagen sowie die Einkaufszentren als Treffpunkte. Hingegen gibt es gemäss der nicht repräsentativen Umfrage wenige Orte in Bülach, wo sich die Kinder unsicher oder sogar unwohl fühlen.

Die grundsätzliche Zufriedenheit mit vielen Angeboten in Bülach haben auch die an der Stadt-Werkstatt teilnehmenden Erwachsenen bestätigt. Mehrere sehen bei den Spielplätzen Verbesserungsbedarf. Beim Bau der eigenen Spielplätze nimmt die Stadt gerne auf die Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner Rücksicht. Dies gilt auch für die Kommunikation von Angeboten und Veranstaltungen. Anlässe seien im Stadtkalender auf der Startseite der Stadtwebsite gut einsehbar, ergänzte der Stadtschreiber Christian Mühlethaler. 

Eine andere Gruppe hat eine Vision erarbeitet, welche bei jedem Einzelnen ansetzt: Das freundliche Grüssen und die Hilfsbereitschaft im Alltag sind schnell und kostengünstig umsetzbar. Eine andere Gruppe wünscht, dass eine eigentliche Willkommenskultur in Bülach aktiver gefördert wird. Diese Lösung unterstützt somit eine Idee, welche bereits in der letzten Stadt-Werkstatt aufgekommen ist: Eine Gruppe möchte mit der Stadtverwaltung einen breiter angelegten Anlass für bestehende und neu zugezogene Einwohnerinnen und Einwohner gestalten.

Am eindeutigsten Anklang bei den Teilnehmenden fand die Idee eines Begegnungsorts für Jung und Alt. Ob als „Volkshaus“ oder als „Gemeinschaftszentrum“ soll es den Guss39 als Begegnungs- und Kulturzentrum ablösen. Dieses Haus soll auch Aussenraum für Kinder und Jugendliche sowie kostengünstige Sitzungsräume für Vereine und Initiativen bieten. Das zentral gelegene und gut erreichbare Herti-Areal eigne sich dafür bestens, ergänzte eine Teilnehmerin. Dabei waren sich die Anwesenden bei aller Motivation und Initiative sehr bewusst, dass nur ein langer Prozess zu einem solchen Zentrum führen kann. Auch deshalb schlug ein Teilnehmer eine Bedarfsabklärung vor, damit das Anliegen politisch gut abgestützt werden könne. Der politische Wille sei am Ende ausschlaggebend, ob diese Massnahmen wirklich umgesetzt würden, bestätigte auch der Stadtrat Hanspeter Lienhart.

Auch Stadtpräsident Mark Eberli zeigte sich offen für die Idee. Er setze sich gerne dafür ein, dass ein Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Guss-Areal mit einem neuen Pächter für fünf weitere Jahre betrieben werde. Und anschliessend die Idee eines neuen Begegnungs- und Kulturzentrums für Bülach konkret bereit stehen könne. Ohne das Engagement der Bevölkerung und die Unterstützung der Politik werde dieses Vorhaben jedoch nicht gelingen. Einige Teilnehmenden bildeten noch während der Veranstaltung eine Initiativgruppe, forderten aber auch Unterstützung der Stadt ein.    

Alle die wertvollen Erkenntnisse aus den Stadt-Werkstätten fliessen nun ins politische Programm der nächsten Jahre und speziell der Legislaturperiode 2018-2022 ein. Am Ende der Stadt-Werkstatt bedankte sich Stadtpräsident bei den Teilnehmenden. Aufgrund der guten Erfahrung in den Stadt-Werkstätten soll der Dialog auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden, versprach Mark Eberli zufrieden. Mit einem Applaus bestätigten die Anwesenden, dass sie die Initiative der Stadt sehr schätzen.

Christian Mühlethaler
Stadtschreiber
Tel. 044 863 11 25
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6. März 2018