Stadt- und Quartierentwicklung Bülach: 3. Stadt-Werkstatt „Wachstum und Identität“ - Verschiedene Sichtweisen für gemeinsame Lösungen

Das rasche Wachstum Bülachs führt zu Herausforderungen. Am Baustellen-Rundgang in Bülach Nord vom 20. Januar haben sich bereits erste Themen in diesem Zusammenhang herausgeschält. Neunzig Personen haben am Baustellen-Rundgang teilgenommen, fünfzig Personen haben sich eine Woche später im Guss39 getroffen, um zu den Herausforderungen Ideen und Massnahmen zu entwickeln. Die Teilnehmenden haben den Dialog sehr geschätzt und zum Schluss betont, wie wesentlich die Bereitschaft einander zuzuhören sei, um gemeinsame Lösungen umzusetzen. 

Die Teilnehmenden, darunter Vertretende aus der Politik, haben die Ideen aus den ersten beiden Stadt-Werkstätten bestätigt. Ein zentrales Anliegen war der Anschluss an den Bahnhof mit guten Zugänglichkeiten für Fussgänger und Velofahrer. Eine andere konkrete Massnahme kristallisierte sich heraus. Über zehn Freiwillige stellten sich zur Verfügung, um mit der Stadt Bülach den bestehenden Neuzuzügeranlass weiterzuentwickeln, zum Beispiel in Form eines Willkommensfests für Neuzugezogene in Bülach Nord.

Ein Thema für ganz Bülach

Wachstum und Identität; das Thema interessiert nicht nur im Norden, sondern in ganz Bülach. Wachstum hat verschiedene Aspekte und wird unterschiedlich beurteilt. Es kann für ein breites gastronomisches Angebot und mehr Leben sorgen und gleichzeitig bei Anwohnenden Befürchtungen hervorrufen: Wie viele Menschen kommen? Und wer? Kann die Infrastruktur so viele neue Bewohnerinnen und Bewohner aufnehmen? Und wie steht es um die Sicherheit der Kinder in einem dicht bebauten Gebiet mit mehr Verkehr oder mit der Natur?

Begegnung ermöglichen durch räumliche Gestaltung und gesellschaftliche Angebote

Stadtrat Hanspeter Lienhart hat die Stossrichtung des neuen Raumplanungsgesetzes und die Herausforderungen des Wachstums thematisiert. Die Soziologin und Planerin Joëlle Zimmerli hat den heutigen Prozess mit dem Wachstum in den 60er Jahren verglichen, wobei viele Fehler von damals nicht wiederholt würden. Gerade das Zusammenspiel von Planung, Verkehr und Sozialem sei viel besser als früher. Es gelte, nebst der Infrastruktur auch Begegnungsangebote zu schaffen. Die in den Räumen vom Guss39 durchgeführte Veranstaltung hat gezeigt, dass auch die beiden neuen Gemeinschaftsräume, die auf den Baufeldern Glasi und Guss entstehen, mit Leben gefüllt werden müssen. Dies verlangt vor allem das Engagement von Privaten, wobei Teilnehmende bereits Bereitschaft signalisiert haben.

Wirtschaftsstrategie als Chance

Viele Teilnehmende, darunter auch Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, haben sich positiv zur vorgeschlagenen Wirtschaftsstrategie geäussert. Nur wenn mehr Arbeitsplätze in Bülach selbst angesiedelt würden, könne sich der Verkehr reduzieren – das war für die Teilnehmenden klar.

Umsetzung in der Legislatur 2018-2022

Mark Eberli hat sich am Ende der Veranstaltung sehr positiv über die Gesprächskultur geäussert. Die Umsetzung der Ideen und Massnahmen werde der Stadtrat der Legislatur 2018-2022 prüfen. Er wolle den Stadtwerkstatt-Dialog in der neuen Legislatur weiterführen, hat Stadtpräsident Mark Eberli zum Schluss festgehalten.

Pascal Sidler
Stadtschreiber-Stv.
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31. Januar 2018