Büroraumplanung der Stadt Bülach

Um den mittelfristigen Raumbedarf der Stadtverwaltung abdecken zu können, wird der Stadtrat an der Feldstrasse 99 eine Fläche von 1500 m2 Büroraum zumieten. Der Stadtrat hat am 28. Juni 2013 darüber informiert. Aufgrund verschiedener Reaktionen aus der Bevölkerung ist es dem Stadtrat ein Anliegen, noch detaillierter zu orientieren. 

Entwicklung

In den letzten zehn Jahren ist die Bülacher Bevölkerung um 27 % auf heute rund 18 000 Einwohner angewachsen. Diese Entwicklung hält an. Innerhalb den nächsten zehn Jahren werden 20 000 bis 22 000 Personen in Bülach leben. Gleichzeitig haben die Aufgaben, welche die Stadt für andere Gemeinden erbringt, deutlich zugenommen. Das  Zivilstandsamt, das Betreibungsamt, die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde, die Polizei und ab 2014 die Berufsbeistände versorgen mehrere 10 000 Einwohner. Diese Dienstleistungen verursachen einen Mehraufwand, werden aber von den betroffenen Gemeinden vollumfänglich mitfinanziert.

Planung

Es ist die Pflicht des Stadtrats vorausschauend zu planen. Der Spatenstich für eine zentralisierte Stadtverwaltung wird – unabhängig an welchem Standort - frühestens in vier bis fünf Jahren erfolgen. Deshalb ist es angezeigt, den mittelfristig benötigten Raumbedarf jetzt sicherzustellen. Die zusätzlichen 1500 m2 Bürofläche dienen diesem Zweck.

Anforderungen

Die Stadt bewegt sich in einem anspruchsvollen Umfeld. Ihre Handlungsoptionen werden von verschiedenen Faktoren bestimmt. Dabei  spielt der Mietpreis bei der Standortwahl eine wichtige Rolle.  Aber es galt für den Standort an der Feldstrasse 99 auch weitere  Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

  • Büroflächen mit 1500 m2 sind in Bülach kaum zu finden. Dem Stadtrat ist kein weiteres Angebot ohne zusätzliche Investitionen an Büroräumlichkeiten auf dem Markt bekannt, das diese Vorgabe erfüllen würde.
  • Die Stadtverwaltung ist heute auf viele Standorte verteilt. Zusätzliche Standorte erschweren den Betrieb und die Führung erheblich.  An der Feldstrasse 99 arbeiten bereits die gut 20 Mitarbeitenden in der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)  sowie im Betreibungsamt. Auch deshalb machen zusätzliche Büroräume an diesem Standort Sinn.
  • Die Erreichbarkeit, vor allem auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ist zentral. Die Bushaltestelle liegt in kürzester Gehdistanz.
  • Die Suche nach geeigneten Lokalitäten beschränkt sich auf das eigene Gemeindegebiet. Dies limitiert das Angebot.
  • Öffentlich zugängliche Bauten sind dem Behindertengleichstellungsgesetz unterstellt. Kundenzonen müssen auch für Menschen mit Behinderung zugänglich sein, was beispielsweise einen Lift im Gebäude bedingt.
  • Die Stadt hat den Mietvertrag auf kurze fünf Jahre abgeschlossen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, den Bau einer zentralen Stadtverwaltung zu verzögern. Der ausgehandelte Mietzins ist unter diesem Aspekt üblich und marktkonform. Mit der Option, den Vertrag um drei Jahre zu verlängern, hält sich der Stadtrat alle Möglichkeiten offen.
  • Die Büros müssen rasch verfügbar sein. Ab 1. Januar 2014 nehmen die Berufsbeistände mit vier bis sechs Arbeitsplätzen ihre Tätigkeit auf. 
  • Die gemieteten Büroflächen sind fertig ausgebaut und entsprechen genau den Bedürfnissen. Daraus resultiert ein nur geringer mieterbedingter Ausbau der Räume.
  • Die mit dem Umzug verbundenen Kosten werden verhältnismässig tief ausfallen. Einerseits erfordert die vorhandene Büroraumstruktur kaum Anpassungen. Andererseits ist der Standort dank dem Betreibungsamt und der KESB bereits für die Informatik erschlossen.

Kosten

Die Mietkosten betragen brutto rund 420 000 Franken. Dies entspricht einem Mietpreis von 280 Franken/m2 inklusive der Nebenkosten. Ohne Nebenkosten beläuft sich der Mietpreis auf 240 Franken/m2. Dies entspricht einer Summe von 360 000 Franken.

Im Gegenzug entstehen jedoch Mietkosteneinsparungen durch die Aufgabe der Verwaltungsstandorte an der Hintergasse 1 und später an der Solistrasse. So betragen die effektiven jährlichen Mehrkosten brutto rund 270 000, netto rund 210 000 Franken. Zu berücksichtigen ist, dass sich die Gemeinden für die regionalen Aufgaben der Berufsbeistände an den Raumkosten beteiligen.

Christian Mühlethaler
Stadtschreiber
Tel. 044 863 11 25
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